FRANÇOIS MORELLET

© ADAGP, Paris 2008 - Foto Frédéric Langel

 

Wahlverwandtschaften: Arp, Duchamp,

Picabia …

Humor, Ironie, Witz und die Tendenz, den Dingen nicht nur mit stoischem Ernst zu begegnen, findet man auch bei anderen Künstlern, auch in Verbindung mit konkreter Kunst. Unweigerlich finden sich hier Wahlverwandtschaften, die Morellet selbst bekundet hat. So zu Paul Klee und Sophie Taeuber-Arp, deren beschwingte Kompositionen oft von einem humorvollen Ton geprägt sind.

Oder zu Hans Arp und Kurt Schwitters, deren dadaistische Experimente auf jener Verbindung von Ordnung und Chaos beruhen, die auch Morellet sucht. Immer wieder hat er sich darüber hinaus zu Marcel Duchamp bekannt: „Eine Zeitlang hat man aus ihm [Duchamp] einen Sprengstoffattentäter der Gesellschaft gemacht, obgleich er eher ein genial ironischer Spießbürger war. Daher schäme ich mich auch weniger, ihn zu meinem Vorbild gemacht zu haben.“ Auch die freche Ironie eines Francis Picabia, Jean Tinguely, Robert Filliou oder Bertrand Lavier liegt Morellet nahe. Daneben ist es eine jüngere Generation, in der er Gleichgesinnte erkennt, wie den Schweizer Künstler John M. Armleder, der in gelassen ironischer Geste zwischen Antikunst und der idealistischen Ästhetik konkreter Kunst changiert. Ein Ansatz, der sich ebenso im Werk von Thomas Baumann findet.

Diese Wahlverwandtschaften bilden ein zusätzliches Kapitel in der Ausstellung, das einen erhellenden Blick auf den Künstler selbst zurückwirft.