© ADAGP, Paris 2010 - Foto José Da Cruz
David HARDY
Forget the 20th Century Misery,
Enjoy the 21st Century Misery

 

L’Entrée est à la sortie

Die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation wird „Fiktion“ – nicht Thema oder Motiv. Sie ist gedachter Zwischenraum, gedacht von unserer Zivilisation aus, und schon fangen die Probleme an. Für Probleme scheint Berlin als neue Hauptstadt wie geschaffen. Folgerichtig wandern die jungen Künstler ab Ende der 1990er-Jahre systematisch aus Karlsruhe ab. Berlin ist das europäische Muster für die „blanke“ Stadt. Für die Künstlerkarawane willkommene Durchgangsstation im Wertschöpfungsprozess – Berlin als Logo von besonderer Güte. Die Frage bleibt: Wo spielt die Musik – wer macht wo die Love-Parade? Was ist das Maximum an Spielraum – das billigste teilzeitgenutzte Atelier? Den Wind machen die Künstler der großen Städte selbst. Was zählt, ist die Kultur der Abweichung, der Abweichung von einer Kultur des „festgelegten Zustands“, die Mobilisierung aller erfinderischen und formalen Kräfte.


Und was unbedingt zählt ist nur der letzte Satz: „Wir arbeiten mit anorganischen Objekten, den Kunstwerken nämlich, als wären sie ein organischer Bestandteil der menschlichen Biologie, und was noch erstaunlicher ist, wir haben Erfolg dabei.“ (Asger Jorn)