1914-1918

1914 – 1918: Krieg der Bilder – Bilder des Krieges

Vom 28. September 2016 bis um 8. Januar 2017

Eine Koproduktion :
Musée Würth France Erstein
The Getty Research Institute, Los Angeles
Les Musées de la Ville de Strasbourg

Die Ausstellung mit dem Originaltitel „World War One: War of Images – Images of War“ wurde vom The Getty Research Institute in Los Angeles geplant und umgesetzt. Sie wurde erstmals in Los Angeles (Kalifornien) und anschließend im Kemper Art Museum in Saint Louis (Missouri) gezeigt.

Das Musée Würth, das die Ausstellung in Europa und Frankreich zeigt, ermöglicht es den Besuchern, die propagandistische Ikonographie, die während des Ersten Weltkrieges zwischen den Kriegsparteien entstanden ist, sowie eine Auswahl an künstlerischen Zeugnissen zu entdecken.

Das in Erstein gezeigte Projekt hat außerdem eine regionale Abteilung, gestaltet von den Museen der Stadt Straßburg: „Der andere Krieg. Satire und Propaganda in der deutschen Darstellung“.

Félix VALLOTTON
La Tranchée (Der Schützengraben)
Schweiz (1865-1925)
Holzschnitt
C’est la guerre ! (1915-1916) : pl. 1
The Getty Research Institute, Los Angeles
Gabe von Herrn Dr. & Frau Richard A. Simms

Der erste große Krieg des 20. Jahrhunderts war Schauplatz für Experimente mit modernen Vernichtungstechniken. Die traurige Bilanz des Ersten Weltkrieges betrug 20 Millionen Tote, 21 Millionen Verletzte sowie unschätzbare Schäden auf den Schlachtfeldern und in den Städten Europas.
Der Zusammenbruch dreier Reiche hat schließlich die Karte Europas und der Welt neu gezeichnet.

Harry R. HOPPS
Destroy this Mad Brute – Enlist
USA (1869-1937)
Mehrfarbige Lithografie
Um 1917
Louis and Jodi Atkin Family Collection
Modern Graphic History Library, Department of Special
Collection
Washington University Libraries

Eine ganze Generation von Künstlern war direkt von diesem Konflikt betroffen – und damit die gesamte damalige zeitgenössische Kultur. Das Ziel der Krieg führenden Parteien war es letztlich zu bestimmen, wer Europa im 20. Jahrhundert dominieren soll – sowohl auf politischer und wirtschaftlicher, wie auch auf kultureller Ebene. In den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg war die moderne Kunst ein regelrechtes internationales Phänomen gewesen, das sich frei über Grenzen hinweg bewegte. Der Krieg jedoch setzte diesem intensiven künstlerischen Austausch ein jähes Ende: Die Fronten trennten nicht nur die Nationen, sondern auch die Kulturen.

Lucas GRAEFE
Gedrängte Frühjahrsübersicht von Europa im Jahre 1915 /
Musée historique, Strasbourg

Diese Ausstellung beleuchtet den Ersten Weltkrieg aus zwei Perspektiven: der Einsatz von Propaganda im Krieg und seine Darstellung durch Künstler, die sich plötzlich an verfeindeten Fronten wiederfanden. Seit jeher war Propaganda das Mittel für jeden Kriegführenden, um von sich das Bild einer kulturell überlegenen Nation zu verbreiten, die einem barbarischen, zurückgebliebenen Feind gegenübersteht.
Zum ersten Mal erlangte diese Propaganda eine neue Dimension durch Boulevardzeitungen und andere grafische Medien: Sie zeichneten den Feind nicht nur als militärische Gefahr, sondern auch als Gefahr für die Zukunft der europäischen Zivilisation selbst. Damals existierten zwei parallele Realitäten: auf der einen Seite die Soldaten, die an der Front dienten, und auf der anderen Seite eine von der Propaganda inszenierte Realität, deren Idealismus nur sehr schnell Ernüchterung bringen konnte. So kollidierte der Bilderkrieg schließlich brutal mit den Kriegsbildern.

Die Ausstellung „1914 – 1918: Bilderkrieg – Kriegsbilder“ erhielt das Label „Centenaire – La Mission“.