Von Kopf bis Fuß


VON KOPF BIS FUß.

Menschenbilder im Fokus der Sammlung Würth

Bis 7. Januar 2018

Diese Ausstellung präsentiert 130 Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen aus der Sammlung Würth – ein faszinierender  « szenischer Diskurs » über die künstlerische Darstellung der menschlichen Gestalt von Ende des 19 . Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die hier gezeigten Werke umfassen neben bekannten Inkunabeln der Sammlung Würth auch Neuerwerbungen.  

Katsura FUNAKOSHI
Words Like a Mountain

Worte wie ein Berg
2011
Bemaltes Kampferholz, Marmor, Messing, Bronze und Kupfer
Sammlung Würth – Inv. 15131

Seit jeher befasst sich die Bildende Kunst nicht nur mit der rein anatomischen Darstellung der menschlichen Gestalt, sondern auch mit der formalen Erforschung des menschlichen Wesens.
Vor allem durch das Porträt und den Akt wurde die menschliche Gestalt zum zentralen und universellen Thema westlicher Kunst. Dabei entwickelte sich der Künstler im wahrsten Sinne des Wortes zum “Schöpfer”, der existentielle Fragen über das Menschsein aufwirft.    

Andy WARHOL
Black Light Self-Portrait

Schwarzlicht-Selbstporträt

1986
Synthetisches Polymer, Siebdruck und fluoreszierende Farbe auf grundierter Leinwand
Sammlung Würth – Inv. 12152
© The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / ADAGP, Paris 2017

Vom Schönheitsideal der griechischen Skulpturen bis zum Körper als Versuchsobjekt in der zeitgenössischen Kunst hat sich die Darstellung des Menschen stetig gewandelt: In jüngster Zeit führten die mörderischen Entgleisungen des 20. Jahrhunderts und der Siegeszug der Konsumgesellschaft zu einer radikalen Veränderung, was das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt und zu seinem eigenen Körper anbetrifft: Gegenwärtig erleben wir diesen als eine veränderbare Option.    

Die digitale Technologie und die Leistungen der modernen Chirurgie tragen dazu bei, dass die Grenze zwischen Natur und menschlicher Schöpfung zunehmend verfließt. Immer mehr Menschen betrachten ihren Körper nicht mehr als ein Geschenk Gottes oder der Natur, das man als solches zu akzeptieren hat, sondern als einen sich entwickelnden Zellhaufen – ein Konsumobjekt, das man nach Gutdünken manipulieren kann, je nach Geldbeutel oder dem Talent eines Chirurgen. Das äussere Erscheinungsbild wird von Modediktaten und sozialen Normen so stark geprägt, dass der Körpermasse-Index (BMI) wichtiger erscheint als das körperliche und seelische Wohlbefinden.

 

Claude Émile SCHUFFENECKER
Nu accoudé – Femme nue assise sur un lit

Sich stützender Akt – Weiblicher Akt, auf einem Bett sitzend
1885
Öl auf Leinwand
Sammlung Würth – Inv. 14229

Die Ausstellung befasst sich mit sehr unterschiedlichen Themenkomplexen : der ideale Körper, seine Vergänglichkeit, der fragmentierte Körper, Porträt und Selbstporträt, das Ewig Weibliche etc… Sie zeigt Werke von etwa 100 Künstlern, von Pablo Picasso über Andy Warhol, A.R. Penck, Marc Quinn, Jaume Plensa, Magdalena Abakanowicz oder Gilbert & George bis Georg Baselitz.