PARALLELAUSSTELLUNG – „Die Welt auf der Haut“ von Camille Bonnefoi

Le monde sur la peau (Dt. „Die Welt auf der Haut“) handelt von den Spuren, die die Welt in uns hinterlässt. Es geht um die Beziehung zwischen dem Menschen und dem Lebendigen: zerbrechlich und zugleich zäh.

Seit der Romantik ist die Landschaft der Ort, an dem innere Emotionen auf die Natur projiziert werden: Man könnte sagen, dass der Mensch das Lebendige vermenschlicht. Hier kehrt sich das Verhältnis um und es ist tatsächlich die Welt, die sich wie eine unsichtbare Schicht auf die Haut und das Bewusstsein dieser Menschen legt und ihre Lebensentscheidungen lenkt.

Der Mensch identifiziert sich mit seinem Lebensumfeld und definiert sich im Verhältnis zu diesen Landschaften, die er sich zu eigen macht. Etwas von der Landschaft hat sich gelöst und ist in das Innere eines Menschen eingedrungen, der ganz von ihr durchdrungen ist und deren Abdruck er tief in seinem Bewusstsein und auf seiner Haut bewahrt. So mache ich mich auf, um diesen Menschen zu begegnen, die eine besondere Beziehung zum Lebendigen haben; Menschen, die von einem wilden Ort „geliehen“ wurden, der in ihnen seine Spuren hinterlassen hat. Ein Ort, der ihre Individualität geprägt hat, der diese problematische Dualität zwischen dem Menschlichen und dem Nicht-Menschlichen aufgehoben hat und der ihren Willen gestärkt hat, diese Gegenseitigkeit zwischen den Lebewesen anerkennen zu lassen.

Dieser Ort ist zu einer mentalen Landschaft geworden: weder real noch imaginär. So entsteht eine Verdichtung all dieser Landschaften, wie im Traum, die das Leben dieser Menschen mit dem der nicht-menschlichen Lebewesen verbunden haben. Landschaftsfotos werden dadurch den fotografischen Porträts gegenübergestellt: Porträts von Bäumen und Menschen, wie Alter Egos.

Diese Arbeit ist somit eine Sammlung von Erfahrungsberichten von Menschen, deren Privat- und Berufsleben von dieser Notwendigkeit bestimmt wird, mit dem Lebendigen in Kontakt zu stehen. Sie versammelt Formen des „Umgangs mit“ dem Lebendigen, die keine Ausbeutung beinhalten. Großzügige Praktiken für die Beziehung zwischen menschlichen Aktivitäten und Ökosystemen.

„Ausstellung realisiert mit der Unterstützung der Région Grand Est“